Diamanten mit unblutiger Herkunft

Diamanten mit unblutiger Herkunft

Frankfurter Rundschau, vom 11.07.2013

Der Hanauer Juwelier Harald Hunder unterstützt die Bewerbung der Stadt als deutsche Hauptstadt des fairen Handels. Hunder in der Rosenstraße ist ein Juwelier vom alten Schlag. Den Familienbetrieb gibt es seit 1879, seit über zehn Jahren ist er in Hanau ansässig. „Diamantkauf ist Vertrauenssache“, sagt Harald Hunder. Er bietet nur sorgfältig geprüfte Steine an. Vor allem garantiert er, dass sie aus konfliktfreien Quellen stammen. Hunder folgte dem Aufruf von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), die Stadt Hanau bei der Bewerbung um den Titel als „Hauptstadt des fairen Handels“ in Deutschland zu unterstützen.

Als Juwelier fällt er aus dem Rahmen der üblichen Anbieter fair gehandelter Produkte wie Lebensmittel- oder Blumenhändler heraus. Sein Laden steht auch im Stadtplan „Faire Geschäfte“, den es auf Initiative des städtischen Umweltzentrums seit 2011 gibt (www.hanau.de/lih/umwelt/uwz/map/fairtrade.html).

Der Handel mit geschmuggelten „Blutdiamanten“, mit denen Kriege in Sierra Leone, Angola und anderen afrikanischen Ländern finanziert wurden, gehöre weitgehend der Vergangenheit an, sagt Hunder. Seine Diamanten seien „sauber“. Der Juwelier stützt sich auf Herkunftszertifikate des jeweiligen Ursprungslandes und eine kontrollierte Lieferkette nach dem Kimberley-Prozess, der den Handel mit Blutdiamanten beenden soll. Mit deren Verkauf wurden Waffen für afrikanische Kriege finanziert. „Von der Mine bis zum Endverbraucher“ sei der Lieferweg nachzuweisen. Harald Hunder bürgt für den fairen Handel mit seinen Edelsteinen, aber auch für ihre Qualität. „Der Diamant ist ein Stein, der anders als Gold oder Silber ohne Chemie aus der Natur gewonnen wird“, sagt Hunder.

Er ist Diamantgutachter, Edelsteinfachmann und Handelsfachwirt, sein Vater und Großvater waren Uhrmacher, seine Mutter Goldschmiedin. Hunder kennt sich aus mit wertvollen Steinen. Mithilfe der vier Cs misst er die Qualität eines Diamanten: Colour (Farbe), Clarity (Reinheit), Cut (Schliff) und Carat (Gewicht in Karat). Das fünfte C wird unterschiedlich interpretiert, als Zertifikat (certificate) oder Konflikt (conflict) als Hinweis auf den möglichen Zusammenhang mit der Finanzierung von Bürgerkriegen, doch für Hunder bedeutet es „confidence“ (Vertrauen).

Das Vertrauen in die faire und friedliche Herkunft der Diamanten werde immer wichtiger. Der Juwelier will mit seiner Teilnahme an der Bewerbung Hanaus um den Titel „Hauptstadt des fairen Handels“ in Deutschland einen Beitrag dazu leisten, mehr Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen.

Foto: Renate Hoyer

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